Pfarrei St. Matthias, Mönchengladbach-Wickrath - Gemeinde St. Antonius, Mönchengladbach-Wickrath
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Bilderfries

Gestatten: Antonius

Antonius

Einsiedler, Mönchsvater

* um 251 in Kome (Mittelägypten), heute Kema bei Heraclea

 + 356 auf dem Berg Kolzim

Gedenktag: 17. Januar

 

 

 
 
 
Rechts neben der Sakristei grüßt der Heilige Antonius den Kirchenbesucher.

Rechts neben der Sakristei grüßt der Heilige Antonius den Kirchenbesucher.

Vollbild

 
 
 

 

 

Ich freue mich, dass ich Sie in meiner Eigenschaft als Gemeindepatron hier begrüßen darf. Sie möchten also etwas über mein Leben und Wirken erfahren? Gern. Aber ich versuche, mich kurz zu fassen.

 

Man hört oft Sprüche wie: „Internet – das ist doch nur was für junge Leute!“ oder „Dieser neumodische Kram ist doch überflüssig!“. Glauben Sie mir: Zu meinen Lebzeiten hätte ich das Internet gut gebrauchen können. Denn obwohl man mich heute als Einsiedlermönch aus der ägyptischen Wüste kennt, war ich weder weltfremd noch menschenscheu. Viele fragten mich um Rat, einfache Menschen und Gelehrte. Um wie vieles einfacher wäre mein Briefkontakt mit dem römischen Kaiser Konstantin dem Großen gewesen, wenn die Email schon erfunden gewesen wäre. Oder im Jahre 311, als ich den von Kaiser Maximinus verfolgten Christen beistand: Eine Flut von Protest-Emails hätte den kaiserlichen Zentralrechner zum Abstürzen gebracht.

 

Zunächst Analphabet

Dabei wird es Sie wahrscheinlich erstaunen, dass ich zunächst weder lesen noch schreiben konnte. Ich erhielt keine klassische Bildung, sondern musste nach dem Tode meiner Eltern die Familiengüter verwalten und für meine jüngere Schwester sorgen. Lesen und Schreiben lernte ich erst am Rande der Wüste bei den Einsiedlermönchen. Wie kommt aber ein junger, viel versprechender junger Mann dazu, plötzlich – wie ich – seinen gesamten Besitz zu verkaufen und sein Leben der Askese und Meditation zu widmen?

Es war ein Satz aus dem Matthäus-Evangelium, der mich tief erschüttert hatte: „Wenn du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen!“ (Mt 19,21). Immer weiter zog es mich in die Wüste hinein. Die Erfahrungen, die ich als Eremit in totaler Abgeschiedenheit machen durfte, kann ich mit Worten nicht schildern. Ich beschränke mich darauf Athanasius von Alexandrien, meinen Biographen, zu zitieren. Er beschreibt mich als „in tiefe Geheimnisse eingeweiht und gotterfüllt“.

 

20 Jahre in der Wüste

So verbrachte ich zwanzig Jahre meines Lebens im Herzen der Wüste. Nach meiner Rückkehr versammelten sich junge Männer um mich, die die mönchische Lebensweise zu erlernen trachteten. Viele von ihnen wurden später wiederum zu „Vätern“ für andere Mönche. Nicht zu Unrecht nennt man mich noch heute „Vater des Mönchtums“. Ob die Bezeichnung „Antonius der Große“ auf mich zutrifft, mögen Sie selbst beurteilen!

Mit 105 Jahren starb ich im Jahre 356 auf dem Berg Kolzim. Dankbar durfte ich in den folgenden Jahrhunderten von oben zur Kenntnis nehmen, dass ich nicht etwa vergessen wurde, sondern die Verehrung meiner Person ständig wuchs. Man verteilte meine Reliquien über halb Europa und rief mich um Hilfe an gegen Feuersnot, Hautkrankheiten, Lepra, Pest, Syphilis und Viehseuchen. Verwechseln Sie mich aber bitte nicht mit meinem Kollegen, dem Heiligen Antonius von Padua, der für verloren gegangene Gegenstände zuständig ist!

 

Warum 'Ferkestünn'?

Das Ärgerliche an Spitznamen ist, dass man sie sich nicht selbst aussuchen kann. So kennt man mich bei Ihnen im Rheinland auch als „Ferkestünn“, was ich schon ein wenig respektlos finde. Dabei bin ich zu den Schweinen, mit denen man mich abzubilden beliebt (neben Stab mit Glöckchen und Buch), gekommen wie die Jungfrau zum Kinde.

1059, also lange nach meinem Tode, wurde der Krankenpflege-Orden der Antoniter gegründet. Zur Unterhaltung ihrer Spitäler waren die Mönche auf Spenden angewiesen. So zogen sie (mangels Möglichkeiten zum Online-Banking) Spenden sammelnd umher und kündigten ihr Kommen mit einem Glöckchen an. Oft wurde das Glöckchen dann auch frei umherlaufenden Schweinen umgehängt, die auf solche Art als Antoniusschweine gekennzeichnet waren. Als „Müllentsorger“ des Mittelalters lebten diese Schweine von den Speiseresten, die die Leute auf die Straße warfen. Am Vorabend des Antoniustages (17. Januar) wurden die so gemästeten Schweine verkauft oder geschlachtet und der Schinken oder Erlös den Antonitern übergeben.

Schön, dass Sie bis hierhin durchgehalten haben! Es ist ja schließlich nicht selbstverständlich, dass man alten Leuten wie mir so lange zuhört. Vielleicht können wir den Kontakt ja fortsetzen. Schauen Sie bei Ihrem nächsten Kirchenbesuch doch mal öfter zu mir herüber (rechte Seite, direkt neben dem Eingang zur Sakristei). In einem stillen Moment kommen wir bestimmt miteinander ins Gespräch. Bis dahin

 

Herzlichst Ihr Antonius

 
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